Interview mit Sybille Kolar

Copyright Sybille Kolar

Hallo meine Lieben, heute möchte sich Sybille Kolar euch vorstellen zu unserer Blogtour.

 

Hallo Sybille, wärst du so lieb und würdest dich den lieben Lesern einmal vorstellen?

Sehr gerne! Hallo zusammen!

Schon sehr früh hatte ich gespürt, dass ich eines Tages schreiben würde, hatte schon immer Freude an bildhafter Sprache und treffenden Formulierungen. In meiner Jugend waren es zunächst Liebesgedichte. Später dann eine Kurzgeschichte. Ich wollte ja erst einmal wissen, ob ich überhaupt schreiben kann und habe mich damit an einem Autorenwettbewerb beteiligt. Es ist ja eine Sache, schreiben zu wollen. Das heißt ja noch nicht, dass man das auch kann. Und da ich bei diesem Wettbewerb unter den Gewinnern war, traute ich mich dann an meinen ersten Roman heran.

 

Zu meiner Person: Zusammen mit meinem Mann und unseren Hunden lebe ich in der Nähe von München. Meine drei Kinder sind längst erwachsen und aus dem Haus.

Sybille Kolar Portrait
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Was sagen deine Freunde und Familie dazu, dass Du Bücher schreibst?

Meine Familie steht geschlossen hinter mir. Sie lieben meine Romane und Geschichten und sind sehr stolz auf mich. Das bedeutet mir sehr viel.

Im Freundeskreis hat sich seitdem die Spreu vom Weizen getrennt und ich habe erkannt, wer meine wahren Freunde sind. Nämlich die, die sich für mich freuen und meine Romane lesen möchten.

Andere haben nur gelästert und mit Neid reagiert. Sie warten nur darauf, dass ich scheitere. Wahrscheinlich weil sie selbst ihre Talente brachliegen lassen.

Wie fühlt es sich an, sein eigenes Werk als Buch in der Hand zu halten?

Das ist in der Tat immer wieder ein großartiger Moment! Wenn du das Paket öffnest und die Synergie aus Design, Druck, Lektorat und den eigenen Ideen herausziehst und es dich mitten ins Herz trifft – unbeschreiblich!

 

Woher nimmst Du Deine Inspirationen für Deine Handlungen?

Aus dem Leben. Ich würde sogar soweit gehen und sagen, es sind „Lebensromane“, die ich schreibe. Es ist das ganz normale Leben mit all seinen Beziehungen, Höhen und Tiefen, Liebe, Glück, Verrat und Tod, das ich so ungemein spannend finde. Für mich muss es nicht Phantasiewelten oder Gewaltverbrechen geben – das Leben ist schon atemberaubend genug.

 

Wie lange schreibst Du an einem Buch?

Das ist unterschiedlich und kommt immer auf die Lebensphase an, in der ich mich gerade befinde. Mit Kindern hat man naturgemäß weniger Zeit. Und natürlich ist es eine Frage der Disziplin.

Planst Du ein Buch von Anfang bis Ende durch? Oder gibt es nur einen roten Faden um den du drum herum interpretierst?

Das Durchplanen funktioniert bei mir nicht, da meine Protagonisten beim Schreiben lebendig werden und ihren eigenen Kopf haben, den sie auch durchsetzen. Die halten sich manchmal einfach nicht an meinen Plot lach.

So habe ich mir inzwischen angewöhnt, beim Planen nur Situationen grob aneinanderzureihen. In die schicke ich meine Figuren hinein und lasse sie machen.

Wie dürfen wir uns Deinen Arbeitsplatz vorstellen? Wo schreibst Du am liebsten?

Ich schreibe überall, wo ich mein MacBook vor mich hinstellen oder auf dem Schoß halten kann. Egal, ob Schreibtisch, Liegestuhl, Sessel, Bett, Auto, etc.

 

Hast du vielleicht ein Foto für uns?

Dieses Foto zeigt mich an meinem offiziellen Arbeitsplatz. Es wurde vor einigen Jahren kurz nach der ersten Veröffentlichung aufgenommen.

Sybilles Arbeitsplatz
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Hast Du irgendwelche Schreibrituale?

Nein nicht wirklich. Ich versuche nur über den Tag eine bestimmte Wortanzahl zu schreiben.

 

Schreibt Du Deine Geschichten nur am Pc oder auch am Tablet? Benutzt Du noch Notizbücher?

Meistens schreibe ich in mein MacBook, unterwegs aber auch schon mal in Notizbücher. Das Manuskript zu „Lady Cardington und ihr Gärtner war im wahrsten Sinne eines (von manu scrivere): Ich hatte diesen meinen ersten Roman handschriftlich in großen Schreibbüchern festgehalten und erst später in den Computer übertragen.

 

Hattest Du schon einmal eine Schreibblockade? Wenn ja wie überwältigst Du sie?

Da meine Romane auf einer Art inneren Bühne ablaufen, hatte ich noch keine Schreibblockade. Ich muss mich also einfach nur davorsetzen und aufschreiben, was gespielt wird.

Was gelegentlich vorkommt, ist, dass ich das Schreiben einer Szene, die mir sehr nahegeht, ewig lang hinauszögere. Da sind dann 1000 andere Dinge plötzlich viel wichtiger, weil sie mir helfen, mich davor zu drücken.

Wie bist du auf die Story überhaupt gekommen?

Ich weiß, das wird für viele nun komisch klingen: Diese Geschichte wurde auf meiner „inneren Bühne“ gespielt. Ich habe mich nur davor gesetzt und sie aufgeschrieben.

Wie kommst Du auf die Namen deiner Protas?

Sagen wir, die Herrschaften haben sich mir bei dieser Gelegenheit vorgestellt.
Nein, im Ernst, die Namen waren einfach da. Sie konnten gar nicht anders heißen!

Hast Du die Schauplätze alle selber besucht?

Sie befinden sich alle nur in meinem Kopf (außer die Städte und Scotney Castle). aber eigentlich MÜSSEN sie sich an diesen Orten befinden!

Wie viele Bände sind noch zu erwarten?

Im Augenblick entsteht der 3. Band. Ich denke, es werden wohl fünf Bände werden, mal sehen!

Hast Du schon andere Projekte in Planung?

Derzeit schreibe ich den 3. Band der Lady-Cardington-Reihe, der hoffentlich noch diesen Herbst erscheinen wird. Er trägt den Titel „Lady Cardington und die Schatten der Vergangenheit“.

Ein anderer Roman, der in München spielt und mir ebenfalls sehr am Herzen liegt, ist etwa zur Hälfte fertig. Dieses Projekt habe ich zunächst auf Eis gelegt, da meine LeserInnen wissen wollte, wie es auf Cardington Manor weitergeht.

 

Liest Du auch genau so gerne, wie Du selber schreibst? Oder gibt es im Autoren-Alltag keine Zeit zum Lesen?

Doch natürlich gibt es Zeit zum Lesen, bzw. ich nehme sie mir.

Wenn Du selber gerne liest, was ist Dir allgemein bei einem guten Roman wichtig, worauf legst Du wert?

Egal welches Genre, ich lege Wert auf eine schöne, gepflegte Sprache, die einen beim Lesen erhebt. Natürlich fluchen auch meine Protagonisten mal! Aber der Erzähler darf für mich keine Gossensprache verwenden.

Ich mag Geschichten, die mich – mit welchem Gefühl auch immer – an sich binden. Romane, die nur aus aneinandergereihten witzigen, wenn auch vortrefflich formulierten Sätzen bestehen, aber kein Gefühl in mir auslösen, langweilen mich.

Ganz wichtig ist mir auch eine gewisse Professionalität. Fehler in Texten katapultieren mich immer wieder aus der Handlung heraus und da macht mir das Lesen einfach keinen Spaß.

Gibt es etwas, das Du Deinen Lesern und Leserinnen schon immer mal sagen wolltest?

Ja. Euer Interesse an meinen Romanen und Kurzgeschichten bedeutet mir unendlich viel. Wenn ich beim Lesen einer Rezension spüre, dass ich jemanden mit meiner Geschichte ins Herz getroffen habe, kommen mir jedes Mal die Tränen vor Freude. Schriftsteller und ihre Leser – das ist eine wunderbare Symbiose: Jeder wäre ohne den anderen arm. Wir brauchen einander!

 

Ich danke der lieben Sybille für das Interview.