Ostern – die Welt geht unter (mal wieder)

Bild つるたま / pakutaso

Es ist Ostern und da ihr alle wahrscheinlich gerade eure Eier (die vom Huhn … nicht das was ihr jetzt denkt liebe Männer) sucht, verarzte ich meine Verletzungen. Aber was ist passiert? Na ist doch klar, die Welt ging am Samstag mal wieder unter.

Ich muss ehrlich sagen, bei mir war das sehr knapp, denn eine Oma mit Einkaufswagen bewaffnet hat mich doch fast überrollt. „Oh Entschuldigung.“ hört sich übrigens sehr sarkastisch an, wenn man gerade einen Einkaufswagen in seinen Weichteilen hat. Und das die Dame dabei noch mit sich gerungen hat, um nicht laut loszulachen, hat die Situation irgendwie auch nicht sympathischer gemacht.

Tja die Welt schien wie üblich unterzugehen. Hamsterkäufe und Slalom laufen waren mal wieder vorprogrammiert. Ich überlege im Moment, ob man das nicht zur olympischen Disziplin erklären sollte: „Erster Platz beim Einkaufen für den Feiertag mit 6 Toten und 39 Verletzten, Oma Gisela.“, oder: „Slalom zum Supermarkt vor Weihnachten/Ostern, erster Platz mit nur 18 Remplern: Oma Gertrud.“ Da würden die Olympischen Spiele doch gleich interessanter werden.

Aber mal im Ernst, hier ein kleines Protokoll.

  • 8 Uhr: Aufstehen, Lebensgeister mit Kaffee wecken, versuchen im Bad einen Menschen aus mir zu machen.
  • 9 Uhr: Aus dem Fenster sehen, um Situation einzuschätzen, Krise bekommen, über Bewaffnung nachdenken.
  • 9:30 Uhr: Berechnen der Überlebenschancen.
  • 9:32 Uhr: Erschreckend erkennen, Überleben unwahrscheinlich. Auf die Erkenntnis erstmal einen Kaffee trinken.
  • 9:45 Uhr: Zeit einschätzen: „Wie lange brauche ich wohl zu Aldi?“
    9:55 Uhr: Einschätzung aufgeben und überlegen, wie man am schnellsten wieder aus dem Aldi raus kommt und dabei alles hat, was man braucht.
  • 10:10 Uhr: Aufhören es vor sich her zu schieben, Jacke schnappen, vorsichtig auf die Straße gehen.
  • 10:15 Uhr: Erste Panik unterdrücken und erste Schulterverletzung oberflächlich behandeln.
  • 10:30 Uhr: Allen Mut zusammen sammeln und losgehen. Schritttempo anpassen und Anfangen, Menschenmassen abzuschätzen und Lücken zu suchen.
  • 11:00 Uhr: Freuen, dass man die ersten 250 Meter mit nur geringen Verletzungen geschafft hat.
  • 12:00: Uhr: Zufrieden durch die Eingangstür des Aldi gehen, Schock bekommen, weil Schlange bei den Einkaufswagen, vor dem Drehkreuz und an der Kasse. Restliche Tagesordnung über Bord werfen: „Schafft man eh nicht.“ Während des Wartens noch einmal im Kopf den Plan zurechtlegen, wie man schnell wieder aus den Laden kommt.
  • 12:15 Uhr: Freuen, man ist im Laden und kann sich seine Sachen in den Korb packen. Ernüchterung überwinden: „Verdammt kein Brot mehr.“, weitere Ernüchterung überwinden: „Verdammt, ist ja kaum noch was da, von den, was ich brauche.“
  • 12:16 Uhr: Einkaufswagen aus den Weichteilen schieben, grinsende Oma ignorieren und sich sagen: „Ein Indianer kennt keinen Schmerz”, den Satz ständig wiederholen und hoffen, dass der Schmerz nach lässt.
  • 13:15 Uhr: An der Kasse stehen und hoffen, dass man nichts vergessen hat.
  • 14:15 Uhr: Freuen, dass man an der Kasse vorbei ist, Einkauf in Taschen verstauen, Mut sammeln für den Rückweg.
  • 16:00 Uhr: Zuhause angekommen, Einkauf verstauen über die Opfer in den Tüten trauern, geplatzte Milchpackung wegwerfen, Verletzungen verarzten.
  • 16:30 Uhr: Mit schrecken feststellen: „Scheiße Brot vergessen.“
  • 16:35 Uhr: Sich in Gedanken von einem leckeren Abendessen mit Brot verabschieden.

Tja, ich habe es zwar überlebt, aber irgendwie war das verdammt knapp. Falls meine Freundin übrigens irgendwann einmal Kinder haben möchte: „Äh tut mir leid, aber das wird wohl nichts mehr.“

Ach ja, andere Ideen sind übrigens genauso doof wie einkaufen an einem Samstag vor Ostern. So heult das Kind meiner Nachbarn immer noch. Vorhin stand nämlich auf den Esstisch, ein gebratener Hase. Ziemlich doofe Idee: „Mama, was ist das?“ „Ein Hase!“, „Aber Mama, er muss doch Eier verstecken.“, „Hat er doch schon.“, „Und dann wird er gegessen? Mama das geht doch nicht.“ (Man hörte förmlich, wie eine Kindheit zusammenbrach) und dann kam sie auch schon, die beste Antwort, die einer Mutter einfallen kann in solchen Momenten:  „Jetzt sei ruhig, es wird gegessen, was auf den Teller kommt!“

Und jetzt raten wir mal: Na wer wird sich mit grauen an Ostern erinnern?

Weitere dumme Ideen heute:

Ostergeschenke bei Regen draußen zu verstecken, besonders wenn es Gutscheine sind. Ja die Liebste zu beglücken, muss mein Nachbar noch lernen. Das jedenfalls war eine ziemlich blöde Idee.

Tja und ansonsten wünsche ich allen Lesern ein tolles Osterfest.