Dicionum – Du darfst dich nicht verlieben

„Du darfst dich nicht verlieben“ von Vivien Summer ist der Auftakt ihrer Dicionum-Trilogie, die im Mai 2017 ein neues Zuhause im Impress Verlag fand.

© Impress Verlag

Ein junges Mädchen wird von einem Geheimbund entführt und zu deren Zwecke eingespannt wird, weil sie über besondere Fähigkeiten verfügen soll. Um was für Fähigkeiten es sich handelt und was der Dicio-Kreis damit vorhat, ist am Ende allerdings immer noch nicht ganz klar…

Wie es nicht geht

Was mich gleich zum größten Kritikpunkt führt: dem kompletten Plot. Dieser gestaltet sich banal und uninteressant, ist verworren und dreht sich immer wieder im Kreis. Die Situation, mit der sich die Protagonistin konfrontiert sieht, ist völlig an den Haaren herbeigezogen und unausgereift. Ganz zu schweigen davon, dass man am Ende des Buches fast genauso schlau ist wie am Anfang.

Drama, Drama und noch mehr Drama – gewürzt mit einer katastrophalen Liebesgeschichte. Gut, Romanzen sorgen ja bekanntlich für noch mehr Drama. Das lässt sich wohl nur schwer trennen…

Liebe, die verboten gehört

Jedenfalls ist schon die Andeutung einer Lovestory in diesem Szenario ein Skandal. Ich verrate Euch auch, warum: Protagonistin Kate wird mit vorgehaltener Waffe entführt. Schon auf dem Weg zum Auto des Entführers, der sie u. a. in dem Glauben lässt, sie zu vergewaltigen und/oder töten zu wollen, sind ihre Gedanken keineswegs von Fluch geprägt, sondern ganz von den süßen Grübchen und den strahlenden Augen ihres Peinigers gebannt. Zu ihrem Glück – und meinem Pech – entpuppt sich die Pistole als Betäubungsgewehr und kommt auch prompt zum Einsatz.

Als die gute Kate dann an einem fremden Ort, umgeben von fremden Menschen, erwacht, fasst sie gleich Vertrauen zu dem netten, alten Pärchen, das sich ihrer annimmt. Und klagt gedanklich darüber, dass sie unter diesen ach so fiesen Teenagern, die zufällig auch dort sind, wohl keine Freunde findet, weil die sie alle nicht da haben wollen. Dass sie selbst auch nie geplant hat, dort zu sein, scheint sie immer wieder zu vergessen.

Insgesamt wird sie im Zuge der Geschichte geschlagen, mehrmals betäubt, belogen und rundheraus wie Dreck behandelt. Große Angst oder Wut zeigt sie allerdings so gut wie nie. Ich bin mir sogar ziemlich sicher, dass sie nur einmal richtig wütend wird und dann hat sie direkt ein schlechtes Gewissen, dass sie ihren Entführer, der sich zu dem Zeitpunkt natürlich längst zum Love-Interest gemausert hat, verletzt haben könnte. Und ja, wir reden hier von dem Soziopathen, der gerne mit seiner Waffe rumwuchtelt und alle anschreit, vor allem Kate. Zu seiner Verteidigung: zusammengerechnet kommen wir so auf 5 – 10 Minuten, die er sich wie ein normaler Mensch benimmt – das verwechselt man dann natürlich leicht mit Liebenswürdigkeit.

Alles in Allem

Kurzum: für mich war „Du darfst dich nicht verlieben“ eine richtige Qual. So nett der Schreibstil auch zu lesen ist, wiegt das nicht annähernd die Wutanfälle auf, die diese Geschichte in mir ausgelöst hat. Ich fühlte mich, als lodere all die Wut der Welt in meiner Brust, stellvertretend für Kate, die ja scheinbar gerne ein Spielball ist. Im Übrigen könnte man Kate und Will ganz leicht mit Malia und Chris aus „Spark“ austauschen. Probiert’s ruhig aus! Für mich sind allerdings beide Pärchen die reinste Katastrophe. Begegnen mir bei der neuen Reihe der Autorin wieder so Figuren, war es das für mich. Endgültig.

Die Reihe

  1. Du darfst dich nicht verlieben – Impress, Mai 2017
  2. Du darfst niemandem vertrauen – Impress, Mai 2017
  3. Du darfst dich nicht erinnern – Impress, Mai 2017

Info

Titel: Dicionum – Du darfst dich nicht verlieben
Autorin: Vivien Summer
Verlag: Impress
Seiten: 383
Preis Ebook: 3,99 €
ISBN: 978-3-646-60359-0

20%
Katastrophal

Fazit

Vivien Summers "Dicionum - Du darfst dich nicht verlieben" war für mich ein Griff ins Klo. Eine banale, verworrene Geschichte, die uns Lesern nur wenig zu bieten hat, trifft auf katastrophale, stereotype und austauschbare Figuren, deren Verhalten, gelinde gesagt, nicht nachvollziehbar ist. Die nicht so nette Variante lautet: so gestört wie sich (vor allem) die Lovestory gestaltet, könnte man auch ganz leicht einen Thriller daraus machen. Das wäre wesentlich angebrachter. Ich werde die Reihe definitiv nicht weiterlesen und kann diesen Auftakt demnach leider nicht empfehlen.

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