Die Elite – Spark

„Die Elite – Spark“ von Vivien Summer, erschienen am 02. Februar 2017, ist der Auftakt ihrer vier Teile umfassenden dystopischen Jugendbuchreihe. Band 2 Fire erschien am 06. April 2017. Blaze ist der dritte Teil der Reihe und erschien am 07. Juni 2017. Der letzte Teil Dust der Impress Reihe erschien am 03. August 2017.

Spark
© Impress Verlag

„Spark“ handelt von Malia, die in einer genmanipulierten Welt lebt. Sie alle sind die Versuchskaninchen eines verzweifelten Regimes, das sich nicht anders zu helfen weiß. Im Teenager-Alter entscheidet sich, ob die Mutation vollzogen ist – oder eben nicht. All jene ohne besondere Merkmale leben ein ganz „normales“ Leben während die begabten Kids in die Elite aufsteigen. Dort wird ihnen ein Leben im Luxus garantiert, doch der Preis ist hoch, denn sie sind eben auch Elitesoldaten, die als lebendige Waffen tagtäglich ihr Leben riskieren müssen. Für Malia bricht also eine Welt zusammen als sie die „guten Neuigkeiten“ erhält – zumindest bis sie Chris kennenlernt, der jedoch selbst ein schwerwiegendes Geheimnis hat…

Dystopie trifft auf Fantasy

Da ich für Dystopien immer zu haben bin, war meine Neugierde für dieses Buch recht schnell geweckt. Einmal angelesen, konnte ich dann auch gar nicht mehr aufhören und hatte das Büchlein innerhalb weniger Stunden gelesen. Das dystopische Szenario haut Vielleser dieses Genres nicht unbedingt aus den Socken, ist aber doch interessant genug, um das Interesse konstant hochzuhalten. Vor allem die Genmanipulation ist ein aufregendes und noch nicht allzu erschöpftes Thema und durch die dadurch entstandene Affinität zu den Elementen gibt es auch gleich noch einen Anreiz für eine ganz andere Zielgruppe: den Fantasy-Lesern.

Vivien Summers Schreibstil liest sich ganz wunderbar, sodass mir die virtuellen Seiten wie Wasser durch die Finger rannen. Ein spannender Prolog, der gleich die Neugierde weckt, und ein bildhafter Stil, der das Kopfkino anregt. So lob ich mir das.

Wo ist der Haken?

Eigentlich klingt das alles doch ganz wundervoll, nicht wahr? Und ja, es hätte so gut werden können. Gäbe es da nicht Malia, eine der schrecklichsten Protagonistinnen, die mir seit langem begegnet ist. Von Anfang an ging mir ihr stereotypes, schönes Mauerblümchen-Wesen auf die Nerven. Ihre Furcht davor, in die Elite aufzusteigen, war das reinste Mimimi. Nicht, weil ich ihre Beweggründe nicht verstanden hätte, sondern weil ich von Anfang wusste, dass ihr eben genau das passieren würde. Ich wusste also gleich, dass die Hälfte des inneren Monologs aus Gejammer bestehen würde. Sicher, das hätte ich bestimmt noch irgendwie ertragen können…

…doch dann betritt Bad Boy Klischee Chris die Bühne. Meine Güte, was ein Arschloch. Verzeiht mir meine Ausdrucksweise, aber der Typ geht gar nicht. Natürlich hat er eine beeindruckend sentimentale Vergangenheit, die in mir das Bedürfnis wecken sollte, ihn ändern zu wollen…doch halt! Ich bin kein Jugendbuchklischee, sondern ein echtes Mädchen und als solches kann ich mit Arschlöchern nichts anfangen, ganz gleich wie „hot“ sie auch sein mögen.

Und heiß her geht es wirklich, denn zum Einen präsentiert uns die Autorin eine aufkeimende von Missbrauch geprägte Liebesbeziehung bestehend aus einem dominanten, tatsächlich im Rang über ihr stehenden Alphamännchen und einem devoten, schüchternen Omega-Weibchen, dass so armselig ist, dass sie nicht mal die Bezeichnung „Beta“ verdient. Passenderweise können diese beiden Feuer kontrollieren, was wirklich witzig ist, denn es gibt keinen Charakter in der Geschichte der Literatur, der weniger feurig als Malia ist. Doch wenn sie mal ihren perfekten Hintern hochkriegt, dann ist sie natürlich das Wunderkind in Person.

Stichwort: Verantwortung

Wenn ich mir vorstelle, dass auch nur ein einziges Teenager-Mädchen dieses Buch liest und sich ein Beispiel an Malia nimmt, möchte ich weinen. Wobei ich die Hoffnung nicht aufgebe, dass die Jugend nicht so beeinflussbar sein kann. Und dennoch: liebe Jugendbuch-Autoren, nehmt Euch doch bitte einmal die Zeit und denkt darüber nach, was Ihr Euren potenziellen oder möglicherweise sogar realen Töchtern raten würdet. Und dann verarbeitet Ihr bitte diese Ratschläge in Euren Büchern und nicht das genaue Gegenteil. Wenn Ihr Eurem Kind aber sowieso raten wollt, dass sie sich wie Dreck behandeln lassen sollen, um einen Kerl abzukriegen, dann…weiß ich auch nicht mehr weiter.

Die Reihe

  1. Spark – Impress, Feb. 2017
  2. Fire – Impress, Apr. 2017
  3. Blaze – Impress, Jun. 2017
  4. Dust – Impress, Aug. 2017

Info

Titel: Die Elite – Spark
Autorin: Vivien Summer
Verlag: Impress
Seiten: 384
Preis Print: 7,99 €
Preis Ebook: 3,99 €
ISBN: 978-3551317216

40%
Guter Plot, fatale Besetzung

Fazit

Vivien Summers „Spark“ ist der Auftakt ihrer „Die Elite“-Reihe, die eine nette Einsteigerdystopie mit einer nicht uninteressanten Handlung ist. Der Schreibstil ist klasse und dass die Autorin nicht vor tatsächlichen und grauenhaften Kriegshandlungen zurückschreckt, macht das Buch spannend. Tatsächlich habe ich es in einem Rutsch durchgelesen, so gut lief das. Doch nur, solange ich die Protagonisten ignorierte, die nicht nur die schlimmsten aller Klischees bediente, sondern schlicht unerträglich sind. Der Plot an sich ist interessant genug, dass ich auch den nächsten Band lesen werde, doch sollte sich an dieser Horror-Beziehung nichts ändern, war es das dann auch.

  • Story
  • Charaktere