Magnus Chase – Das Schwert des Sommers

2016 legte Rick Riordan mit „Das Schwert des Sommers“ den Auftakt einer weiteren Reihe im „Percy Jackson Universum“ hin. Nach den Griechen und den Ägyptern hält der Winter Einzug, denn mit „Magnus Chase“ reisen wir in nordische Gefilde und lernen die Götter kennen, die einst die Wikinger zu ihren Helden- oder besser Gräueltaten inspiriert haben. Wie auch die „Kane-Chroniken“ wird „Magnus Chase“ bedauerlicherweise „nur“ drei Bücher umfassen.

© CARLSEN Verlag

Nach dem Tod ist vor dem Tod

Magnus Chase ist der gleichnamige Titelheld, der nach seinem Tod erfährt, dass er der Sohn eines nordischen Gottes ist. Im Nachleben als Krieger Odins soll er sich nun zugleich auf Ragnarök vorbereiten und es verhindern. Eine Quest, die in ihrer Widersprüchlichkeit perfekt den Kern der nordischen Götterwelt einfängt.

Für mich war es das erste Buch von Rick Riordan, doch es wird gewiss nicht das Letzte gewesen sein. Bislang kannte ich nur die Percy Jackson Filme, die ich auch immer wieder gerne sehe, obwohl ich weiß, dass sie bei Fans der Bücher nie gut ankamen und es wohl auch keine weitere Fortsetzung geben wird. Zumindest haben mir die Filme eine Vorstellung davon vermittelt, was mich bei Riordans Büchern über die verschiedenen Mythologien erwarten würde. Wenn Ihr also die Filme mögt, werde Ihr bestimmt auch Gefallen an den Büchern finden.

„Das Schwert des Sommers“ zumindest konnte mich gleich für sich gewinnen. Es brauchte keine zwei Kapitel, um mein Interesse zu wecken und so rauschte ich förmlich durch diese sehr abwechslungsreichen über 500 Seiten. Das Einzige, das mein Lesegefühl etwas mindern konnte, war mein schmerzendes Handgelenk – ich hatte fast völlig vergessen, wie schwer so ein umfangreiches Buch werden kann.

Blut, Schweiß und Sarkasmus ohne Ende

Davon abgesehen bietet „Das Schwert des Sommers“ so ziemlich alles, was ich mir von einem abenteuerlichen Jugendbuch über die nordische (oder jegliche andere) Mythologie erhoffe. Rick Riordan bzw. Ich-Erzähler Magnus Chase nimmt sich selbst und das tödliche Vergnügen um ihn herum nicht allzu ernst und erzählt auf eine sehr sarkastische Art, die mich alle paar Absätze zum Lachen bringen konnte. Wenn Wikinger und ihre Götter auf die moderne Welt, insbesondere unsere Technik treffen, ist das allerdings auch schlicht zum Schreien komisch.

So gestaltet sich der Plot sehr skurril, doch gleichzeitig auch lehrreich. Rick Riordan zieht sich schließlich nicht einfach irgendwelche Fantastereien aus dem Hut, sondern hat gut recherchiert, was stets spürbar ist. Offensichtlich hat er die alten Sagen zu seinem Nutzen abgewandelt, doch der Kern der Geschichte bleibt stets erhalten und manche von ihnen machen so sogar noch etwas mehr Sinn. Wer hätte das gedacht?

Charaktere, die Fragen aufwerfen

Am besten gefallen haben mir überraschenderweise aber die Figuren. Magnus ist ein toller Protagonist, der alles andere als der typische Held und Krieger und trotzdem durch seine unkonventionelle Art genau der Richtige für den Job ist. An seiner Seite stehen ihm der Zwerg Blitzen, der Albe Hearthstone und die Walküre Samirah. Sie alle erfüllen nicht die Erwartungen ihres Umfelds, sind dafür aber Meister auf ihren eigenen, speziellen Gebieten. Gerade Samirah übte eine stete Faszination auf mich aus, denn als Muslimin ist sie in der aktuellen Zeit nicht nur eine „gewagte“ Besetzung, sondern liefert eine große Reibungsfläche. Religion generell ist hier ein spannendes Thema mit Magnus, der sich auch weiterhin als Atheist bezeichnet, und Samirah, die an ihrem Glauben festhält. So viel Ernsthaftigkeit hätte ich dieser Geschichte gar nicht zugetraut!

Die Reihe

  1. Das Schwert des Sommers – CARLSEN, Jul. 2016
  2. Der Hammer des Thor – CARLSEN, Mai 2017
  3. Das Schiff der Toten – CARLSEN, Mai 2018

Info

Titel: Magnus Chase 1: Das Schwert des Sommers
Autor/in: Rick Riordan
Übersetzung: Gabriele Haefs
Verlag: Carlsen Verlag
Seiten: 560
Preis Print: 19,99€
Preis Ebook: 13,99€
ISBN: 978-3-551-55668-4

95%
Ein Auftakt, der sich sehen lassen kann!

Fazit

Rick Riordans „Magnus Chase – Das Schwert des Sommers“ ist ein toller Reihenauftakt, der richtig Lust auf mehr macht. Die Nordische Mythologie ist noch so schön „unerforscht“ in der Literatur, dass allein das schon für viel Spannung sorgt. In Kombination mit dem feinen, sarkastischen Humor und der grandiosen Figurenpalette ist es reinster Lesegenuss. Für mich war es mein erster Riordan, aber ich kann jetzt schon sagen, dass es nicht mein Letzter bleiben wird.

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