Magnus Chase – Der Hammer des Thor

„Der Hammer des Thor“ von Rick Riordan ist der zweite Band der „Magnus Chase“-Trilogie, in der der gleichnamige Titelheld als Krieger Walhallas immer wieder Ragnarök, sprich das Ende der Welt, verhindern zu müssen scheint – und das alles in der heutigen Zeit, in der selbst die allmächtigen Götter lieber ein Selfie machen, als die 7 Welten im Auge zu behalten…

© CARLSEN Verlag

Thor hat seinen Hammer verloren – ein Umstand, der bloß nicht publik werden darf, denn die Furcht vor selbigen ist das Einzige, das die Eisriesen davon abhält, in Midgard, sprich unsere Heimat, einzufallen. Diese gefährliche Mission bedarf eines ungewöhnlichen Teams – wer wäre dafür besser geeignet, als Magnus und seine Gefährten?

Ein Einstieg wie geflutscht

Endlich geht es weiter! Wobei „endlich“ für mich ein wenig dick aufgetragen ist, immerhin sind erst wenige Tage vergangen seit ich „Das Schwert des Sommers“, den ersten Band dieser spannenden Jugendbuch-Reihe, gelesen habe. So konnte ich mich gleich wieder ins Getümmel stürzen, doch selbst wenn die vorigen Ereignisse mal nicht mehr so präsent sein sollten, sollte der Einstieg nicht schwerfallen. Dafür klärt uns Rick Riordan bzw. Ich-Erzähler Magnus nur zu gerne in wenigen Worten noch einmal auf.

Wie auch schon der erste Band hält uns „Der Hammer des Thor“ mit einem abwechslungsreichen Abenteuer auf Trab, das an keiner Stelle langweilig wird. Die Kapitel haben genau die richtige Länge und beinhalten jedes für sich eine kleine (oder auch große) Spannungsspitze und liefern uns zugleich knackige Atempausen, die sowohl uns als auch die Helden ein wenig zur Ruhe kommen lassen. Zumindest für ein paar Minuten, bevor die nächste Katastrophe auf uns zukommt.

Magnus Chase hat die vergangenen Monate genutzt, um sich mit seinen Einherjer-Kräften vertraut zu machen und ist längst kein unbeschriebenes Blatt mehr in den Welten der Menschen, Riesen, Götter, Alben, Zwergen…und was sonst so kreucht und fleucht. Dabei hat er sich seinen wunderbar sarkastischen Humor beibehalten, dank dem er in jeder noch so kuriosen Situation die richtigen, wenn auch nicht immer angebrachten, Worte findet. Berühmte letzte Worte, fürwahr, wobei das mit dem Tod im Nachleben sowieso so eine Sache ist…

Es geht sogar ganz ohne Stereotype

Tatsächlich ist es jedoch weder der Humor, noch der Plot, der mich dermaßen in Begeisterung versetzt. Nein, es sind die Charaktere, die so herrlich divers und trotz ihrer Absonderheiten absolut authentisch sind. Magnus und seine Freunde haben alle ihr Päckchen zu tragen: sei es nun der zu frühe Tod Angehöriger, eine Vergangenheit als Obdachloser, der „falsche“ Glauben, gar kein Glaube, eine Behinderung, Kindesmissbrauch und noch so einiges mehr…Das alles sind keine leichten Themen, die doch alle genau die richtige Aufmerksamkeit kriegen. Sie werden behandelt und sind stets präsent, stehen jedoch nie übermäßig im Mittelpunkt, denn Riordan stellt sie als das dar, was sie sind: völlig normale Dinge, die jedem passieren können. Das Leben gibt es in allen möglichen Formen, Farben und Facetten und es kommt einzig und allein darauf an, was man daraus macht. Schön!

Dies war ein Aspekt, der mich schon im ersten Band überraschen und begeistern konnte, mit Alex hebt Riordan das Ganze jedoch auf ein ganz neues Level. Denn Alex ist genderfluid, was bedeutet, dass er/sie sich mal als Mann und mal als Frau fühlt. Dies wird hier wirklich sehr schön dargestellt – zwar mit mythologischem Hintergrund, dafür aber nicht weniger wahr. Lest es nach, er hat recht!

Die Reihe

  1. Das Schwert des Sommers – CARLSEN, Jul. 2016
  2. Der Hammer des Thor – CARLSEN, Mai 2017
  3. Das Schiff der Toten – CARLSEN, Mai 2018

Info

Titel: Magnus Chase − Der Hammer des Thor
Autor/in: Rick Riordan
Übersetzung: Gabriele Haefs
Verlag: Carlsen Verlag
Seiten: 512
Preis Print: 19,99€
Preis Ebook: 13,99€
ISBN: 978-3-551-55669-1

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Fazit

Rick Riordans „Der Hammer des Thor“ ist der großartige zweite Band der „Magnus Chase“-Trilogie. Wie auch schon sein Vorgänger liefert uns dieses Buch ein actionreiches Abenteuer, das eben auch sehr lehrreich ist, wenn man mehr über die nordische Mythologie erfahren möchte. Mit viel Charme und Humor erzählt Magnus seine Geschichte, nimmt sich und all den Weltuntergangskram nicht allzu ernst und sorgt so für viele viele Lacher. In diesem Fall sind es jedoch die Charaktere, derentwegen die Reihe so fantastisch ist. Sie sind divers, bunt wie ein Regenbogen und dabei absolut glaubhaft. Ich liebe es!

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